Schmerzhafte Trennungen

Franziska Gottschalk
·
29. August 2023
Kilmann Modell

Dieser Sommer war für mich ein Sommer der Extreme: direkt ein krasser Wechsel vom Winter hinein in den Sommer, dann zu trocken, zu nass, zu viel Sturm, zu heiss, zu kalt…

Und auch sonst gab es einiges extreme zu überstehen: Trennungen von hoffnungsvollen Möglichkeiten und energiesaugenden Beziehungen.

Doch wie ist es dazu gekommen?

Es gibt immer mal wieder Situationen und Menschen, da fühle ich mich nicht wohl, zeige nicht mein volles Potential, verbiege mich ein Stückchen zu sehr, bin ein bisschen zu still, um es der anderen Partei recht zu machen. Und dabei sehe ich mich grundsätzlich als eine selbstbewusste und reflektierte Frau: Ich weiss, was ich will und auch, was ich nicht will, was mir nicht gut tut.

Was passiert also mit mir in diesen Situationen?

Bei meinem letzten Seminar zum Thema «Lösungsoptionen in Konfliktsituationen» ist bei mir als Trainerin dann selbst «de Zwänzger abe gheit», «der Groschen gefallen»:

Wenn es zu schwierigen Situationen kommt, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, kann ich damit ganz selbstverständlich lösungsorientiert und wertschätzend umgehen, wenn wir uns mit ähnlichen Werten begegnen. Dann gibt es auf beiden Seiten Empathie für die vertrackten Umstände und das Bedürfnis nach einer gangbaren Lösung ist ganz klar zu spüren.

Doch wenn das nicht so ist,… ja dann komme ich ins schwimmen… Die eigenen Interessen vor alle und alles andere zu stellen, ist nicht mein Ding. Und um in Balance mit den eigenen Bedürfnissen und meinem Selbstwert zu bleiben, sind komplett einseitiges Nachgeben oder Vermeidung und Flucht auch keine hilfreichen Optionen. Und vom Kompromiss war ich noch nie ein Fan: Warum sollten wir beide verlieren und uns mit einer halbherzigen Lösung abfinden, die niemanden auf Dauer zufrieden macht? Egal, ob «win-loose» oder «loose-loose» beides macht so wenig Sinn für mich!

Darum klappt es also mit Myriam so wunderbar – auch in schwierigen Situationen: Wir sind ehrlich daran interessiert, ZUSAMMEN zu arbeiten. Und das geht nur, wenn die Position der Anderen wertgeschätzt und in die Lösung integriert wird. Das macht definitiv mehr Arbeit, braucht mehr (Selbst)Vertrauen und kostet klar mehr Zeit, als sich einfach durchzusetzen, nachzugeben oder davon zu laufen. Doch diese Art der offenen und transparenten Auseinandersetzung lässt uns einander vertrauen und lässt uns wachsen. MITEINANDER.

Das gibt mir eine grosse Sicherheit, gemeinsam echt schwierige Situationen zu überstehen. Und das gibt mir dir Möglichkeit, heikle Themen ohne Versteckspiel ansprechen zu können und zusammen eine Lösung zu finden. Wenn wir aufeinander zugehen, und die eigenen Bedürfnisse wie die Bedürfnisse der anderen Partei ebenbürtig behandeln, lässt sich doch immer eine Lösung oder zumindest ein erstes kleines Schritteli finden, oder?

Doch für diesen Prozess braucht es auf beiden Seiten Offenheit und ein «sich auf den anderen einlassen» wollen.

Nach dieser Selbsterkenntnis habe ich mich auf das besonnen, was ich bereits seit langem wahrgenommen habe: Hier und auch dort stimmte es für mich (und sicher auch für die andere Seite) nicht mehr. Energiefresser und Frustrationen waren auf dem Vormarsch. Dann stellt sich die Frage: Können – und wollen – wir unsere unterschiedlichen Standpunkte in eine gemeinsame Lösung integrieren?

Nein? Danke für deine Klarheit. Dann können wir uns verabschieden und jede:r darf weiterziehen.

Ja? Wunderbar! Lass uns reden und herausfinden, was für uns beide eine tragfähige Lösung sein kann!

Nun gehe ich etwas aufgeräumter in den Herbst. Lasse Illusionen los und die Frage «Warum hat das nicht doch irgendwie funktioniert?»🎈

Und es gibt wieder etwas mehr Raum für Neues, Kreatives und Energiespendendes.

Neugierige Grüsse,

Franziska

Was sind deine Gedanken und Erfahrungen? Lass es mich wissen und wir bleiben im Gespräch: franziska.gottschalk(at)all-dimensions.com

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