Myriam Mathys
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22. August 2022
Experimentieren mit Dialogmethoden

Das Forscher-Gen in mir habe ich wohl von meinem Opa väterlicherseits geerbt: Er war von Beruf gelernter Telefonmonteur und nebenbei beschäftigte er sich mit Einstein’s Relativitätstheorie. Bei jedem Besuch stellte er uns Kindern eine Knobelfrage. Von ihm habe ich gelernt, «out of the box» zu denken und an schwierigen Fragestellungen so lange dranzubleiben, bis die Lösung gefunden ist.

Ein wirklich passgenaues Design für eine (Gross-)Gruppendialog-Veranstaltung zu erstellen, ist auch so eine Herausforderung, die ich liebe, und die einiges an Kreativität und an «Dranbleiben» braucht. Einerseits ist eine sachliche Analyse betreffend Ausgangslage, Rahmenbedingungen und Zielsetzung nötig. Aber andererseits ist (mit Methoden-Know-how im Rucksack) vor allem «sensing» angesagt: es ist entscheidend, sich in die Situation hineinfühlen zu können, in die Menschen, die an dieser Veranstaltung dann einmal teilnehmen werden, um einen Ablauf zu gestalten, der sie Schritt für Schritt durch einen Prozess führt, der für sie wirklich passt. – Am besten gelingt dies alles, wenn man bei der Planung ein iteratives Vorgehen wählt: Konzeptideen mit einer internen Vorbereitungsgruppe, die möglichst alle Perspektiven der späteren Teilnehmerschaft einbringt, testet und die wirklich vorhandenen Bedürfnisse eruiert. Ein Design ist für mich erst dann gut, wenn es sich „stimmig“ anfühlt.

Das theoretische methodische Know-how kann man sich in einer Vorlesung anhören oder auch anlesen. Aber das praktische Know-how erarbeitet man sich über die Jahre «by doing». Ganz wichtig ist meines Erachtens deshalb der Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen. Denn es braucht Reflexion, damit wir in der Lage sind, aus Erfahrungen wirklich zu lernen: Was hat gut funktioniert? Was weshalb nicht? Und wie könnte man es besser machen?

Und das Schöne ist, man kann auch von den Erfahrungen anderer lernen kann! – Franziska und ich wollen deshalb einen Raum zur Verfügung stellen, in dem wir gemeinsam weiterlernen können: «After Work in Dialogue – ein Experimentierraum». Wir wollen dabei neue Methoden erforschen, bekannte Tools wieder- und neuentdecken, unsere Praxiserfahrungen austauschen und einfach auch interessante Kontakte pflegen und eine gute Zeit haben.

Den Start machen wir am Mittwochabend, 7. September 2022 in Zürich mit «World Café». Also mit einer vermeintlich einfachen Methode, die «jede:r kennt». Und die leider oft so unsorgfältig angewendet wird, dass sie nicht ihr ganzes Potential entfalten kann. Doch, was ist denn eigentlich das Essentielle an dieser Methode? Wo und wie lässt sie sich einsetzen? Was kann alles schief laufen? Und welches ist der wichtigste Stellhebel, um mehr Qualität zu generieren?

Dazu teilen wir gerne unsere vielfältigen Praxiserfahrungen. Und wir sind natürlich auch auf Eure Erfahrungen gespannt! – Unter «Academy» findet Ihr den Link zur Anmeldung.

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